Einleitung

In den letzten 50 Jahren hat sich gezeigt, dass der Einsatz von gerinnungshemmenden Rodentiziden die effektivste Methode zur Bekämpfung von kommensalen Nagerpopulationen ist.

Der fortgesetzte Einsatz dieser gerinnungshemmenden Rodentizide hat jedoch zur Entwicklung von Resistenzen bei kommensalen Nagetieren, der Wanderratte Rattus norvegicus, der Hausratte Rattus rattus und der Hausmaus Mus musculus 1 geführt. Resistente Stämme der Wanderratte können sich auf bestimmte geographische Regionen beschränken. Resistente Mausstämme können nicht geografisch zugeordnet werden. Häufig entstehen Resistenzen unter bestimmten Bedingungen, wie dem Vorhandensein von Viehfutter mit hohem Gehalt an Vitamin K 3, industrieller Infrastruktur und dem Dauereinsatz von gerinnungshemmenden Rodentiziden. In einigen Fällen können die Gründe für die Entstehung von Resistenzen jedoch nicht mit Sicherheit angegeben werden.

Denken Sie daran, dass Resistenzen dadurch charakterisiert sind, dass sich Einzeltiere innerhalb einer Nagerpopulation an einem Ort über viele Wochen hinweg von Ködern mit antikoagulantem Wirkstoff ernähren können.

Anhaltender Fraß antikoagulanter Köder ist jedoch nicht immer auf Resistenzen zurückzuführen, sondern kann auch an mangelnder Beköderung oder Einwanderung liegen. Wenn diese Alternativen jedoch einmal ausgeschlossen wurden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Ursache des fortgesetzten Köderfraßes eine Antikoagulansresistenz ist.

Unter dem Gesichtspunkt der praktischen Nagerbekämpfung wird der Begriff „Praktische Resistenz“ verwendet, um Resistenzen zu identifizieren, durch die die Nagerbekämpfung im Feld schwierig wurde.

„Unter Antikoagulansresistenz wird der Wirksamkeitsverlust unter realen Bedingungen und bei korrektem Einsatz des Antikoagulans verstanden, wobei der Wirksamkeitsverlust auf das Vorhandensein eines Nagerstammes mit einer erblichen und entsprechend verringerten Empfindlichkeit gegen das Antikoagulans zurückzuführen ist." Greaves, 1994

Es gibt weitere wissenschaftliche Definitionen des Begriffs Resistenz.

Dieses Dokument über Rodentizidresistenzen gibt Aufschluss über die Art der Antikoagulansresistenz, führt Daten zu bekannten resistenten Stämmen und bietet denjenigen Hilfe an, die Resistenzen erkennen und bekämpfen wollen.

Abbildung 1: Beispiel für den Fortschritt einer Antikoagulansbehandlung in Bezug auf den Köderverbrauch während einer Köderperiode von 35 Tagen. Innerhalb einer Population variiert die Empfindlichkeit individuell, und daher können einige Einzeltiere ein paar Tage länger überleben. Dieser natürliche Schwankungen ist durch rote und grüne Bereiche gekennzeichnet. Das individuelle Fressverhalten kann jedoch zum selben Effekt führen. Bei resistenten Tieren bleibt der Köderverbrauch auf einem konstanten Niveau und eine ausreichende Bekämpfung ist nicht möglich.


1 Es gibt mehrere Unterarten und Varietäten der Rattus rattus und Mus musculus. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Unterarten in ihrer Empfindlichkeit für Antikoagulanzien voneinander unterscheiden.
2 Greaves, J.H. (1994). In: Pelz, H-J. and Prescott, C.V. Kapitel 9. Resistenzen gegen gerinnungshemmende Rodentizide. Rodent Pests and their Control (Buckle, A.P. und Smith, R.H. Hrsg.). 2. Auflage, CAB International, Wallingford, Großbritannien. S. 187-2