Effektive Nagerbekämpfung

In erster Linie ist es wichtig, Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen für Nagetiere gemäß den allgemein verfügbaren bewährten Verfahren durchzuführen (siehe auch Integriertes Schädlingsbekämpfung gegen Nagetiere). Nur durch Befolgen der Best-Practice-Anleitung und der Empfehlungen, die auf den Produktetiketten angegeben sind, kann der Einsatz von Rodentiziden wirksam sein. Bei solchen Anwendungen wird die Entwicklung von Resistenzen am wenigsten gefördert.

Besonders bei Antikoagulanzien ist es wichtig alle Nagetiere von einem befallenen Standort zu entfernen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich bei denjenigen Nagetieren, die die späten Phasen einer Bekämpfung überleben, um solche handelt, die intrinsisch weniger empfindlich gegen Antikoagulanzien sind oder sogar um solche, die gegen den verwendeten Wirkstoff physiologisch resistent sind. Daher ist am wichtigsten, genau diese Individuen zur Vermeidung einer Resistenzentwicklung zu entfernen, obwohl dies oft am schwierigsten ist.

Alle Spuren von Rodentizidködern sollten am Ende der Ködermaßnahmen entfernt werden. Kleine Köderreste an Ort und Stelle zu lassen, bedeutet, dass einzelne empfindlicheTiere erliegen werden, wenn sie diese finden und fressen, aber andere, die toleranter oder resistenter sind, dies nicht tun. Antikoagulanzien sollten nicht routinemäßig als Dauerköder eingesetzt werden. Diese Rodentizidanwendungen werden regelmäßig gewartet und die Köder in Intervallen von vier, sechs oder acht Wochen aufgefüllt. Es ist daher unvermeidbar, dass Nagetiere gelegentlich auf Köderstationen treffen, die nur begrenzte Mengen an Köder enthalten. Die empfindlichsten Tiere werden unter solchen Umständen wahrscheinlich erliegen, während die weniger empfindlichen von ihnen überleben und sich fortpflanzen werden. Eine permanente Auslegung von Ködern sollte nur dort stattfinden, wo ein unmittelbares und sofortiges Risiko der Einwanderung von Nagetieren besteht, wobei permanente Köderstationen häufig kontrolliert werden sollten, um sicherzustellen, dass immer Köder vorhanden sind. Die jeweiligen gesetzlichen Regelungen und die Gebrauchsanweisung sind zu beachten.

 

 

Die Resistenz gegen Antikoagulanzien der zweiten Generation schließt die Resistenz gegen Antikoagulanzien der ersten Generation bei Ratten und Mäusen ein. Die Verwendung von Wirkstoffen der ersten Generation zur Bekämpfung von Populationen, von denen bereits ein Teil resistent ist, z. B. in Resistenzgebieten der Wanderratte und der Hausmaus, würde das Überleben von einzelnen Tieren, die gegen Antikoagulanzien resistent sind, fördern und dadurch die Häufigkeit von Resistenzgenen in der Population erhöhen. Antikoagulanzien der ersten Generation weisen jedoch bekannte Vorteile für die Umwelt auf, da sie für Nichtzieltiere weniger akut toxisch sind und in den Körpern von Nichtzielen und der Umwelt im Allgemeinen weniger persistent sind und so eine sekundäre Vergiftung unwahrscheinlicher ist. Insbesondere für die Bekämpfung von Wanderratten außerhalb bekannter Resistenzherde empfiehlt sich daher der Einsatz dieser Wirkstoffe. Selbst beim Rodentizideinsatz im Innenbereich ist es höchstwahrscheinlich, dass sich vergiftete Ratten im Freien aufhalten, was für Raubtiere und Raubvögel ein gewisses Risiko einer sekundären Vergiftung darstellt. Wenn dieser für die Umwelt wichtige Nutzen dieser Gruppe von Antikoagulanzien nicht im Fokus steht, insbesondere für die Bekämpfung von Hausmausplagen, die auf Innenräume beschränkt sind und längere Zeit bekämpft wurden, sollte der Einsatz eines der wirksamsten Antikoagulanzien der zweiten Generation oder eines Nicht-Antikoagulans, um die Selektion von antikoagulansresistenten Mäusen zu vermeiden, gut bedacht sein.